IMG 8051Am Sonntag, 21. Juni 1942 wurde im Gasthaus zum Adler der Turnverein Stein gegründet. 75 Jahre später, frühmorgens am 18. August 2017, besammelten sich über 80 Mitglieder zwischen 16 und 82 Jahren beim Sportcenter Bustelbach um das Vereinsjubiläum mit einer dreitätigen Reise ins Tirol ausgiebig zu feiern.

Die Vorfreude auf das vielversprechende Programm war bei den Teilnehmern seit Monaten spürbar. Dies zeigte auch die grosse Zahl der Mitreisenden, die aber gleichzeitig auch eine riesige Herausforderung darstellte. So musste Reiseleiter Sandy den grössten Car der Schweiz ausfindig machen um alle Teilnehmer im gleichen Bus transportieren zu können. Im riesigen Doppelstockcar der Firma Seiler aus Frauenfeld fanden dann aber alle einen Platz und so konnte die Reise am Freitagmorgen rechtzeitig losgehen.

Das erste Reiseziel war der grösste Outdoor Freizeit- und Actionpark «Area47» im Tiroler Ötztal, wo die Steiner Turner nicht alltägliche Aktivitäten wie Wakeboarden, Motocrossfahren, Hochseilgarten, einen Flying Fox oder den Mega Swing erwarteten. Nach dem feinen «Burger-Buffet» konnten sich die Steiner schliesslich auf dem «Erwachsenen-Spielplatz» austoben. Dass bei den genannten Sportarten nicht immer alles gleich von Anfang an klappte, versteht sich von selbst. Insbesondere beim Wakeboarden, das der Grossteil der Gruppe zum ersten Mal ausprobierte, gab es einiges zu lachen. Dann nämlich, wenn der Versuch, auf dem Brett stehen zu bleiben schon nach wenigen Augenblicken unter lautem Gegröle mit teils spektakulären Abflügen endete. Diejenigen die es eher ruhiger nehmen wollten, genossen den sonnigen Nachmittag in einem der Openair Restaurants in der eindrucksvollen Freizeitwelt.

Voller neuer Eindrücke und Erlebnisse und teilweise vollgepumpt mit Adrenalin ging die Reise am späten Nachmittag schliesslich weiter Richtung Stubaital, wo für die Steiner das Hotel Wiesenhof in Mieders reserviert war. Dort angekommen und nach einem spontanen Apéro bot sich dann die Gelegenheit, den Abend entweder gemütlich in einem der Restaurants im Stubaital ausklingen zu lassen oder den kurzen Weg nach Innsbruck unter die Räder zu nehmen um die Stadt unsicher zu machen. Laut Gerüchten sollen das die einen mehr, die anderen etwas weniger gemacht haben.

Der nächste Fixpunkt auf dem Reiseprogramm kam dann für die, die etwas länger im Ausgang waren, vielleicht etwas zu früh. Man traf sich nämlich am Samstagmorgen um auf der Bergisel Sprungschanze in Innsbruck das Frühstück einzunehmen. Dies tat man nicht etwa am Fusse der imposanten Anlagen, sondern zuoberst im architektonisch spektakulären Sprungturm. Bei einem feinen und reichhaltigen Morgenessen konnte man so die gewaltige Aussicht auf Innsbruck und die umliegenden Alpen geniessen. Der Zufall wollte es, dass sogar einem Skispringer bei seinen waghalsigen Trainingssprüngen über die Schanze zugeschaut werden konnte.

Trotz des schlechten Wetters das an diesem Tag im Tirol herrschte, genossen alle den Morgen auf der Bergisel Schanze. Im Anschluss zog der Tross wieder zurück ins Stubaital, wo der nächste Programmpunkt anstand. Leider konnten die im Vorfeld von den Teilnehmern ausgewählten Aktivitäten aufgrund des Wetters nicht alle durchgeführt werden. Insbesondere für das Downhill Biken und den grossen Klettergarten war es zu nass und die Gefahr für Verletzungen zu gross. Auch diejenigen, die in den Bergen wandern wollten, mussten dem Wetter klein beigeben. So wurden diese Aktivitäten kurzerhand gestrichen und man traf sich in der urigen Kraxl Berghütte zu einer ausgiebigen Jause. Nur diejenigen Teilnehmer, die sich für die Segway-Ausfahrt angemeldet hatten, konnten ihr Programm mit Abstrichen durchziehen. Statt einer Ausfahrt mit den Elektrozweirädern über Stock und Stein wurde spontan ein Teamwettkampf mit Geschicklichkeitsfahren auf dem Segway, Bogenschiessen, Schlauchbootrennen und Geschicklichkeits-Skilaufen organisiert. Trotz Regen hatten die Teilnehmer ganz viel Spass, insbesondere die Segways erfreuten sich einer grossen Beliebtheit und wurden rege genutzt. Vielleicht etwas zu rege, denn eines der teuren Geräte musste kurzerhand aus dem Bach gerettet werden (Anmerkung: der Bruchpilot ist wohlauf und kann sich heute noch nicht erklären, wie sein Gefährt im Bach landen konnte). Nach dem Teamwettkampf, welchen das Team «Orange» mit einer grandiosen Performance für sich entscheiden konnte, stiess die Gruppe «Segway» wieder auf die restlichen Teilnehmer und die Hüttenparty in der Kraxl Hütte konnte von vorne beginnen.

Doch irgendwann hiess es dann Abschied nehmen, denn der Bus wartete um die Reisegruppe wieder in ihr Hotel zu bringen um die nassen Kleider zu wechseln und sich für das Abendprogramm zu richten. Für den Abend hatte Organisator Sandy die Berghütte auf der Herzebner Alm für den TV Stein reserviert, wo eine Hüttengaudi mit Essen, Trinken und Unterhaltungsband auf die Mitglieder wartete. Der Name war Programm und der Abend entwickelte sich so, wie man das erwarten durfte. Ein riesiges Gaudi, das Alt und Jung gleichermassen zusagte. So tanzten Generationen von Turner gemeinsam auf den Tischen und verbrachten einen unvergesslichen Hüttenabend in den Tiroler Bergen.

Nach einer kurzen Nacht fanden sich die Steiner schliesslich vor dem Hotel wieder ein um die Rückfahrt in die Heimat anzutreten. Das Reiseprogramm sah vor, das Mittagessen in einem der bekanntesten Brauhäuser in München einzunehmen. So fuhr der Steiner Tross nicht direkt nach Hause sondern nahm den Umweg über München um im Brauhaus «Zum Augustiner» ein leckeres und typisches bayrisches Mittagessen einzunehmen. Aufgrund der Verkehrssituation zwischen Innsbruck und München und entsprechender Verspätung blieb anschliessend leider keine Zeit mehr um sich in München noch etwas die Zeit zu vertreiben. So fuhren die Steiner nach dem Essen direkt Richtung Heimat, wo sie müde aber voller Eindrücke am späten Abend ankamen.

Die erlebnisreiche Reise war ein würdiger Anlass um das 75-jährige Jubiläum des TV Stein generationenübergreifend zu feiern und sie bot unzählige lustige Anekdoten, die bestimmt noch lange am Stammtisch diskutiert und weitererzählt werden. Ein herzliches Dankeschön an Sandy, der viel Energie und Schweiss in die Organisation investiert hat und als Reiseleiter einen perfekten Job machte.

Zu den Fotos:
Tag 1
Tag 2 & 3

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