Strahlend blauer Himmel - Temperaturansagen von über dreissig Grad - wer wollte da nicht lachen und sich auf die von Yvonne und Carmen organisierte Reise freuen. An dieser Stelle euch beiden herzlichen Dank!

Siebzehn Frauen trafen sich am Bahnhof und schon gings los mit Zug und Postauto auf die Staffelegg, unser Ausgangsort um die eigene Gegend, eben die „Heimat“, ein bisschen besser kennenzulernen.

Manch eine erinnerte sich sicher an längst vergangene Schulreisen, fröhliches Geplauder, nur haben die Gesprächsthemen geändert: Kinder, Schule, Hund und Katz, Wehwehchen, Beruf und Alltag, wir hatten einander viel zu erzählen.

Auf der Staffelegg angekommen erfreute uns eine herrliche Morgenbrise und die Lust zu wandern war geweckt. Auf dem Höhenweg hatten wir einen wunderbaren Blick auf das Schenkenbergertal, die zerfallene Burg Schenkenberg aus dem 13. Jahrhundert, die Habsburg, Burg Wildegg und die Orte der Umgebung. Damit das Wissen auch nicht zu kurz kam, las uns Carmen Geschichtsträchtiges über die Ruine Schenkenberg vor - ob wir es gespeichert haben?? Gott sei Dank führte unser Weg als es wärmer wurde in den Wald, der herrliche Kühlung bot, bis wir dann plötzlich von Yvonne auf unserem Weg gestoppt wurden……zweimal rekognosziert und …..geirrt! Kein Problem der ganze Tross rechtsumkehrt und zurück. Yvonne versicherte uns, dass es nur 15 Minuten wären. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir noch nicht realisiert, dass unsere Hochleistungssport trainierte Yvonne eine andere Gangart hat, als wir „gewöhnlichen“ Frauen. Jä nu….wir kamen durstig und hungrig im Naturfreundehaus Gislifluh an und freuten uns aufs Mittagessen. Die beiden Hüttenwarte hatten uns bereits ein Feuer vorbereitet und die glimmenden Holzscheite waren ideal zum Grillen unseres Bratgutes. Gott sei Dank war gerade noch rechtzeitig das Feuerverbot aufgehoben worden im Kanton und so wurden aus den bleichen Würsten genussvolle knusprige Leckerbissen. Der Tisch füllte sich mit Getränkeflaschen, Tomaten, Gurken, Früchten und Salaten für die Linienbewussten und bot ein buntes Allerlei von Lebensmitteln. Wer nicht gleich sein Hüftgold vermehrte hatte auch mal eine Tüte Pommes-Chips dabei. Nach einem feinen Kaffee und Kuchen, der uns von den Hüttenwarten serviert und von der Vereinskasse spendiert wurde, gings weiter Richtung Schinznach. Anfänglich führte uns der Weg noch durch den Wald und die jetzt mächtig angestiegene Temperatur war gut zu ertragen. Es wechselte dann aber Richtung Dorf bald in blanken schwarzen Asphalt. Die Sonne brannte vom Himmel - gefühlte 40 Grad - da - plötzlich Wasserspritzer auf den heissen Waden. Gisela hatte eine Wasserpistole dabei und spritze uns von hinten an, man hatte das Gefühl das Wasser verdampfe auf der Stelle. Das Geplauder wurde etwas spärlicher und tropfend, diesmal vom Schweiss, trafen wir dann endlich im Gartencenter Zulauf ein. Die Dampflokifahrt brachte ein bisschen Abkühlung durch den Fahrtwind - wenn man nicht gerade auf der Sonnenseite sass!

Nach einer Glace und WC - Pause ging der Marsch dann Richtung Weinprobe im Ort. Yvonne versuchte uns aufzumuntern…..es ist nicht mehr weit, nur noch 10 Minuten….aha, also sicher 20!!! Dieses Trottoir Trecking in der Nachmittagssonne fand dann wohl bei gefühlten 50 Grad statt. Dafür war die Ankunft im kühlen Raum für die Weinprobe umso angenehmer. Vom Apéro- zum Dessertwein inklusive ein vielseitiges Buffet mit Käse und Fleisch erlabten uns sehr. Den meisten Zuspruch fand trotz allem das Mineralwasser, wir mussten schliesslich nachgiessen was uns aus den Poren geflossen war.

Bald waren die letzten paar „Wandermeter“ zur Postautohaltestelle angesagt für die Heimfahrt.

Und da gab es dann halt noch diesen Dorfbrunnen vor dem Gemeindehaus! Ja, ja Carmen, versuch ob du triffst? Wie einst als Mädchen brauchte Carmen nicht lange zu üben und mit dem Finger an der Brunnenröhre, die Hälfte zugehalten - spritzte sie in die aufgeforderte Richtung - zielsicherer gings gar nicht! Nass bis auf die Haut hat sich dann jemand auf dem notabene wichtigsten Platz des Ortes aus- und umgezogen und sich ein trockenes TShirt übergestülpt…..BH und Jeans waren klitschnass und mussten langsam in der Sonne trocknen….an ein Absitzen im Postauto bis Brugg war nicht zu denken.

Ein letztes Glace auf dem Bahnhof Brugg und im Nu waren wir wieder „daHeim“….und es stimmt: Warum in die Ferne schweifen, sieh das Gute liegt so nah!

Vereinsreise