2017 08 25 Stuttgart 80 1Am Morgen des 25. August 2017 versammelten sich 24 Frauen beim Saalbau-Parkplatz, um die dreitägige Jubiläumsreise anzutreten.

Unser Car mit Chauffeur Detlev war pünktlich vor Ort, und bald fuhren wir über Koblenz und Waldshut durch die ländliche Gegend entlang der Wutach bis Hüfingen, wo Kaffee und feine Gipfeli auf uns warteten. Hatte anfangs noch Nebel die Landschaft teilweise verhüllt, setzte sich bald die Sonne durch. Weiter ging die schöne Fahrt über Land an Donaueschingen, Rottweil und Herrenberg vorbei Richtung Stuttgart. Angeregte Unterhaltung liess die Zeit schnell vorbeigehen, und zwischendurch unterhielt uns Kathrin Fischer mit lustigen kurzen Geschichten. Gisela lieferte ausserdem eine kurze Einführung ins Schwäbische, da unsere Reise ja zunächst ins Schwabenland führte.

In Stuttgart angekommen, erwartete uns eine Dame zu einer Stadtführung. Wir spazierten durch das Zentrum und besichtigten verschiedene historische Gebäude, und die Führerin erzählte uns unterhaltsam aus der Vergangenheit und der neueren Geschichte. Wir erfuhren unter anderem, dass Stuttgart 2,6 Mio. Einwohner hat und dass die Hügel um die Stadt, wo heute vor allem die Häuser der Wohlhabenden stehen, einst das grösste Weinbaugebiet der Gegend waren. Von den historischen Gebäuden in der Innenstadt wurde als einziges das Opernhaus im 2. Weltkrieg nicht zerstört, alle andern wurden zum Teil originalgetreu wiederaufgebaut.

Unterdessen hatten wohl die meisten Hunger, so dass wir uns in kleinen Gruppen in den umliegenden Restaurants niederliessen, um diesen zu stillen. Nachher blieb Zeit zum bummeln, shoppen, Glace essen oder einfach gemütlich zu sitzen und den Betrieb zu beobachten, je nach Neigung. Stuttgart hat eine grosszügige Fussgängerzone mit vielen Geschäften und Cafés. Die eine oder andere fand ein Schnäppchen oder zum Beispiel eine schöne Tasche.

Dann ging die Reise weiter nach Ludwigsburg, wo wir zunächst die Hotelzimmer bezogen. Anschliessend trafen sich alle auf der Hotelterrasse, wo einige noch einen Apero geniessen wollten. Da die Bedienung keinen Nachschub liefern konnte, nippten alle an den bereits erhaltenen zwei «Hugos». Man war sich einig, dass wir das Nachtessen als Gruppe gemeinsam einnehmen wollten, und so spazierten wir, auf Empfehlung des Hotels, zum «Rathauskeller», wo wir uns in einem schönen Garten unter Bäumen niederliessen. Das Essen war gut, der Abend angenehm. Nachdem uns noch Kissen gebracht wurden, sassen wir sogar recht bequem. Es herrschte eine gute Stimmung.

Während es vorwiegend die älteren Semester vorzogen, sich anschliessend ins Hotelzimmer zurückzuziehen, wollten die jüngeren natürlich noch in den Ausgang. Es sei dem Vernehmen nach sehr lustig gewesen. Gut gelaunt und mit viel Gelächter ging es am Samstagmorgen weiter. Der vergangene Abend klang noch nach. Allerdings verstanden nur die «Eingeweihten», d.h. jene, die am Abend dabei gewesen waren, den Grund der Heiterkeit.

Als Nächstes stand ein Besuch des Salzbergwerkes in Bad Friedrichshall auf dem Programm. Dort angekommen, gab es zunächst einige Diskussionen, als sich zeigte, dass es keine Führung gab, sondern dass man den Rundgang selbständig absolvieren und sich auf Tafeln informieren konnte. Schliesslich entschloss sich die Mehrheit, das Bergwerk zu besichtigen, während einige es vorzogen, sich die Zeit im nahe gelegenen Restaurant oder sonst an einem schattigen Plätzchen zu vertreiben. Da es mit dem Lift 200 m in die Tiefe ging, war das für Leute mit Platzangst nicht geeignet, und auch der Aufenthalt in den Stollen tief unter dem Boden ist nicht für jedermann gut zu ertragen. Der Besuch lohnte sich jedoch. Die grossen Schächte tief unter der Oberfläche waren eindrücklich. Wer Lust hatte, die Informationen zu lesen, erfuhr manch Interessantes. Wer weiss schon, für wie viele verschiedene Zwecke Salz benötigt wird! Auch ein trauriges Kapitel wurde beleuchtet, schufteten doch gegen Ende des zweiten Weltkrieges Häftlinge des nahe gelegenen KZ Kochendorf in diesen Stollen. Die Rüstungsindustrie hatte einen grossen Teil des Salzbergwerkes für sich besetzt. Da kann sich kaum jemand einer gewissen Betroffenheit und Nachdenklichkeit erwehren.

Bei sonnigem und sehr warmem Wetter führte die Fahrt weiter durch die schöne Landschaft nach Mosbach, wo unser Chauffeur kurzfristig ein Lokal für das Mittagessen gefunden hatte. Das «Mosbacher Brauhaus» erwies sich als eine gute Wahl. Wir sassen wieder in einem schönen Garten unter Bäumen, das Essen war gut und die Bedienung freundlich. Dann fuhren wir mit dem Car weiter durch das schöne Neckartal bis nach Neckarsteinach. Hier hatten wir genügend Zeit, um eine Glace zu geniessen oder etwas zu trinken, bevor wir das Schiff bestiegen, das uns in gemütlicher 1 ½- stündiger Fahrt nach Heidelberg brachte. Dort bezogen wir unsere Zimmer im Hotel «Bayrischer Hof», um bald darauf zusammen zum traditionellen «Vetter’s Alt Heidelberger Brauhaus» zu fahren, wo wir das Nachtessen einnahmen. Es herrschte eine fröhliche Stimmung, es wurde diskutiert und gelacht, auch etwa mit einem Scherz die andern am Tisch hochgenommen.

Damit war der Abend natürlich noch nicht zu Ende; der grössere Teil der Gruppe sah sich nach einem Lokal um, wo man noch lange zusammensass. Es wurde offenbar ziemlich spät, resp. früh. Jene, die nach dem Nachtessen zu Fuss oder mit dem Linienbus in Richtung Hotel aufbrachen, fanden sich dann in einem schönen Gartenrestaurant in der Nähe des Hotels wieder. Bei einem Schlummertrunk in gemütlicher Runde genossen wir den lauen Sommerabend.
Am Sonntagmorgen nach dem Frühstück erwartete uns vor dem Hotel eine charmante Stadtführerin. Beim Spaziergang durch die wunderschöne Altstadt von Heidelberg erzählte sie uns unterhaltsam und amüsant aus Geschichte und Gegenwart. Heidelberg – eine weltoffene Universitätsstadt, geprägt durch Wissenschaftler von Weltrang, Studenten, Künstler. Auch über die Geschichte des Schlosses, des markanten Wahrzeichens über der Stadt, erfuhren wir einiges. Schon seit langer Zeit ist es eine Ruine, deren Erhalt jedoch sehr aufwendig ist.

Schon bald mussten wir die schöne Stadt verlassen, die kurze Fahrt ging nach Schwetzingen, ein sehr hübsches Städtchen mit einem bekannten Schloss. In diesem Ort assen wir gemeinsam zu Mittag, wieder zur allgemeinen Zufriedenheit. Unser Chauffeur Detlev hatte eine glückliche Hand bei der Auswahl der Restaurants, die er kurzfristig für uns aussuchte.

Nachdem wir uns nun gestärkt hatten, nahmen wir den letzten Teil unserer Reise in Angriff. Bald waren wir auf der Autobahn Richtung Süden. Über Bruchsal – Baden-Baden, Offenburg und Freiburg ging es Richtung Heimat. Nach einem letzten Halt an der Raststätte «Europapark» kehrten wir via Rheinfelden in die Schweiz zurück und trafen um etwa 18.45 Uhr in Stein ein.

Es war eine sehr schöne Reise, da waren sich wohl alle einig; Kathrin meinte sogar, eine der schönsten in der Geschichte des Vereins. Natürlich trug auch das gute Wetter zum Erfolg bei, sowie unser Chauffeur Detlev, der uns sicher und kompetent durch die schönen Landschaften führte. Auch Kathrin Fischer, die uns wiederholt mit amüsanten Geschichtchen und Witzen unterhielt, gebührt unser Dank. Und ein grosses Danke natürlich vor allem an Gisela und alle, die zur Organisation und zum Gelingen der tollen Reise beigetragen haben.

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